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Das Reichstagsgebäude zählt zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Seit dem Umzug der Regierung von Bonn in die heutige Bundeshauptstadt wurden mehr als 15 Millionen Besucher registriert. Insbesondere die gläserne Kuppel zieht Einheimische wie Touristen an.

Der Reichstag als Ort historischer Ereignisse

Bedeutende Ereignisse und Wendepunkte der deutschen Geschichte sind mit dem Reichstagsgebäude verbunden. Nur einige Beispiele:

  • Am 9. November des Jahres 1918 rief der SPD-Politiker Philipp Scheidemann auf dem Balkon des Westportals stehend die Republik aus.
  • Der “Reichstagsbrand”, bei dem der Plenarsaal und die Kuppel komplett zerstört wurden, vollzog sich am Abend des 27. Februar 1933.
  • Zwei Rotarmisten hissten am 30. April 1945 eine rote Fahne der Sowjetunion als Symbol des Sieges über das Dritte Reich.
  • Am 4. Oktober 1990, einen Tag nach der deutschen Wiedervereinigung, fand im Reichstagsgebäude die erste Sitzung des Deutschen Bundestags im wiedervereinigten Deutschland statt.
  • Das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude sorgte im Sommer 1995 mit einer ganz und gar unpolitischen Aktion für Aufsehen: Zwei Wochen lang verhüllte eine rund 100.000 Quadratmeter große silberfarbene Plane das Reichstagsgebäude, das dadurch internationale Popularität erlangte.

Details zur baulichen Geschichte des Reichstags

1871 wurde Berlin mit der Proklamation des Deutschen Kaiserreichs zur Reichshauptstadt und das neu entstandene Parlament brauchte nun einen Regierungssitz. Daraufhin kam es zur Errichtung des Reichstagsgebäudes – es entstand von 1884 bis 1894 nach den Plänen von Paul Wallot. Er fügte Elemente der Renaissance, des Barock und Klassizismus zusammen, um das Bauwerk repräsentativ und monumental erscheinen zu lassen. Erst im Jahre 1916 wurde die bis heute erhaltene Giebelinschrift “Dem Deutschen Volke” hinzugefügt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs fand der schwer beschädigte Reichstag vorerst keine weitere Nutzung. Wegen angeblicher statischer Unsicherheit musste die Kuppel 1957 gesprengt werden. Paul Baumgarten gewann den Wettbewerb für den Wiederaufbau des Gebäudes. Er verdrängte fast alle historischen Züge des Reichstags.

Ab 1994 folgte eine zweite Umbauphase – sie endete mit der ersten Sitzung des Bundestags im neuen Reichstagsgebäude am 19. April 1999. Sir Norman Foster, ein britischer Architekt, setzte seine Entwürfe für ein funktionales Parlament um. Die auffälligste Neuerung bildete die Kuppel, ein 800 Tonnen schweres Konstrukt aus Stahl und Glas. An der Innenseite des bis heute beeindruckenden Werks winden sich zwei spiralförmig angelegte Wege, die hoch zur Aussichtsplattform und wieder hinunter zur Dachterrasse führen.

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