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An der Straße des 17. Juni – und damit direkt im Herzen Berlins – befindet sich das Sowjetische Ehrenmal Tiergarten. Es wurde unmittelbar nach Kriegsende 1945 errichtet, noch im November desselben Jahres eingeweiht und soll an die während des Zweiten Weltkriegs gefallenen sowjetischen Soldaten erinnern.

Details zur Anlage des Sowjetischen Ehrenmals Tiergarten

Das Zentrum des Sowjetischen Ehrenmals Tiergarten besteht aus einer nach innen gewölbt angeordneten Pfeilerreihe mit einem größeren Pfeiler, der den Mittelpunkt und Sockel für die acht Meter hohe Bronzestatue bildet. Die Plastik offenbart einen Rotarmisten mit geschultertem Gewehr, was als Hinweis auf das Kriegsende zu verstehen ist. In der russischen Inschrift wird den Helden, die für die Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion kämpften und dabei fielen, ewiger Ruhm zugesprochen. Auf die unterschiedlichen Waffengattungen sowie die Namen gefallener Soldaten verweisen die Texte, die in die Pfeiler eingraviert sind. Zwei T-34/76-Panzer und ebenso viele Kanonen, die in der Schlacht um Berlin zum Einsatz kamen, flankieren den Zugang zum Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten. Zur Rechten und Linken des Hauptwegs stehen zwei Sarkophage mit den Namen gefallener Offiziere. Teile der abgerissenen Reichskanzlei sollen angeblich als Baumaterial gedient haben.

Im rückwärtigen – gärtnerisch konzipierten – Teil der Anlage befinden sich die Gräber sowjetischer Soldaten. Die Angaben zur genauen Anzahl der im April und Mail 1945 gefallenen Rotarmisten, die an dieser Stelle ruhen, variieren zwischen 2.000 und 2.500.

Geschichtliche Hintergründe zum Bau des Ehrenmals

Nach einem Beschluss des Kriegsrats der 1. Weißrussischen Front wurde das Sowjetische Ehrenmal Tiergarten von den Bildhauern Wladimir Zigal und Lew Kerbel zusammen mit dem Architekten Nikolai Sergijewski entworfen und an der damaligen Charlottenburger Chaussee, die heute Straße des 17. Juni heißt, errichtet – als Riegel zu der von Albert Speer, Hitlers Lieblingsarchitekt, vorbereiteten Nord-Süd-Achse der geplanten Welthauptstadt Germania. Am 11. November 1945 fand die Einweihung des Sowjetischen Ehrenmals Tiergarten mit einer Parade der alliierten Truppen statt.

Obwohl das Ehrenmal auf dem britischen Sektor lag, erlaubte der Viermächtestatus die Bewachung durch sowjetische Soldaten. Im Jahr 1961, nach dem Bau der Mauer, riegelte die britische Besatzungsmacht das Ehrenmal zu dessen Sicherung ab. Bis zum Abzug der Truppen im Jahr 1994 standen Ehrenwachen der Sowjet- beziehungsweise Russischen Armee an der Anlage, ehe sie an die Stadt Berlin übergeben wurde. Deutschland hat sich gemäß bilateraler Vereinbarungen mit der Russischen Föderation verpflichtet, diese und andere Kriegsgräberstätten – etwa die anderen drei großen Sowjetischen Ehrenmale im Treptower Park, in der Schönholzer Heide und im Bucher Schlosspark – zu erhalten.

Sehenswürdigkeiten in der Nähe des Sowjetischen Ehrenmals Tiergarten

  • Sinti- und Roma-Denkmal
  • DZ-Bank
  • Mauergedenkstätte Brandenburger Tor
  • Akademie der Künste
  • Hotel Adlon Kempinski

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