Kammermusiksaal – Berliner Philharmonie

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Viele Jahre hatte es nach dem Zusammenbruch des Zweiten Weltkriegs gedauert, die Verheerungen auch auf den Gebieten von Musik, Kunst und Kultur zu überwinden. Bei Berlin kam das besondere Problem der geteilten Stadt im Kalten Krieg hinzu, vor allem der westliche Stadtteil litt durch seine Insellage auf dem Teritorium der DDR unter den politischen Verhältnissen. So war die Metropole nicht mehr mit ihrem Umland verbunden, und jede Einfuhr von benötigten Materialien besonders teuer – ein Problem, das auch durch die Subventionen durch den Bund nicht immer ausgeglichen werden konnte. Diese Probleme, die den Wiederaufbau und die Wiederanknüpfung an die vergangene Größe Berlins als Kulturhauptstadt und ehemalige modernste Stadt der Welt erschwerten, lassen sich paradigmatisch am Beispiel des Kammermusiksaals ablesen. 42 Jahre hatte es gedauert, bis 1987, pünktlich zu den in beiden Teilen der Stadt oppulent abgehaltenen Feiern zum 750jährigen Stadtjubiläum, der üppige Musikbau als Ergänzung und Erweiterung der Berliner Philharmonie mit allen gebotenen Festivitäten und Konzerten eingeweiht werden konnte.

Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hatten auch die Berliner Philharmoniker ihren alten Standort an der Bernburger Straße eingebüßt, und es sollte bis 1963 dauern, bis die Musiker in der Herbert-von-Karajan-Straße im Bezirk Tiergarten einen neuen, veritablen Prachtbau erhielten. Doch waren damit noch nicht alle Probleme der wiedererstarkten Musikszene in der Metropole gelöst. So prachtvoll der Neubau auch wahr, so war er aus Kostengründen eigentlich ein Kompromiß, da ein spezielles, auf die Bedürfnisse der Kammermusik eingehendes Konzerthaus aus Kostengründen nicht realisiert worden war. Unermüdlich hatte Starchitekt Edgar Wisniewski für einen neuen Kammermusiksaal getrommelt und mit Unterstützung der „Gesellschaft der Freunde der Philharmonie“ zahlreiche Benefizkonzerte und andere Spendenaktionen organisiert. Unter der Amtszeit von Richard von Weizsäcker, der vor seiner Zeit als Bundespräsidenten das Amt des Regierenden Bürgermeisters der Stadt ausgeübt hatte, kam dann endlich grünes Licht und wurde der Startschuss für den Bau des neuen Konzertsaals gegeben.

Die besondere Akustik im Kammermusiksaal

Heute wird der Kammermusiksaal gern als kleiner Bruder der Berliner Philharmonie porträtiert. Ebenfalls mit goldenfarbigen Aluminienplatten bedeckt und ebenfalls in der asymmetrischen Außendarstellung futuristisch angelegt, ist er, direkt neben der Philharmonie erbaut, organisch und architektonisch sowie konkret durch einen Verbindungsgang mit der Berliner Philharmonie verbunden. Der Bau ist nicht nur äußerlich spektakulär, der Blick im hexagonförmigen Konzertsaal, mit 1136 Plätzen angelegt, ist mindestens ebenso gewaltig, und das Klangerlebnis mit allen Raffinessen verstärkt. Für die von den Musikkennern viel gepriesene Akustik sorgt die Gestaltung der Zuschauerränge, die von allen Seiten um das Orchester herum wie bei einem Weinberg terrassenartig in die Höhe schießen. Das Weinbergkonzept, das von dem Chefarchitekten und Weggefährten Wisniewskis, Hans Scharoun weltweit erstmals 1963 beim Bau der Berliner Philharmonie realisiert wurde, hat seitdem international zahlreiche Nachahmer bei Konzertsälen gefunden. Gerade der Fall, dass die Musik von jedem Sitz aus gleich gut erlebt werden kann, wird von Besuchern immer wieder lobend herausgestrichen.

Goldene Zeiten nach der Wiedervereinigung

Die Wiedervereinigung erwies sich für Philharmonie wie für Kammermusiksaal als Meilenstein, weil nun zahlreiche weitere Musikliebhaber für die Konzerte gewonnen werden konnten. Fast schon prophetisch muten die Worte des damals Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt bei der Eröffnungsfeier an, der mit Verweis auf ihren Standort am Rande Westberlins, aber dem damals gesperrten Ostteil der Stadt zugewandt, sprach: „Dieser Bau wurde geplant, bevor es die Mauer gab. Er ist den Mitbürgern im anderen Teil entgegengebaut. Und das wird sich erst recht als richtig erweisen, wenn die Mauer nicht mehr steht.“

Heute boomt der Kammerhaussaal ebenso wie sein „großer Bruder“, davon zeugen die etwa 240 Kammerkonzerte und Orchesterkonzerte, die pro Jahr begeisterte Besucher in ihren Bann ziehen und ihnen ein erbauliches Erlebnis bescheren. Die Preise für ein Ticket variieren. So kostet ein Ticket für das Klezmer Festival am 13.10. je nach Sitzklasse 42,46 Euro oder 46 Euro, während der Musikfreund einen Tag später für 37,05 Euro, 41,50 Euro oder für 44,90 Euro der Kammermusik Wolfgang Amadeus Mozarts lauschen darf.

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