Neue Pavillon am Schloss Charlottenburg

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Der Neue Pavillon am Schloss Charlottenburg ist eine der weniger bekannten und dennoch sehr lohnenswerten Sehenswürdigkeiten Berlins. Es ist eines der vielen Hinterlassenschaften des Malers, Stadtplaners und Architekten Karl Friedrich Schinkel, dessen Bautätigkeit in Diensten der preußischen Könige während der 1. Hälfte des 19. Jhds. Berlin und Potsdam in ihrer architektonischen Ausgestaltung vielfältig prägte. Der Neue Pavillon stellt innerhalb seines Schaffens eine Besonderheit dar, da es sich hierbei nicht um einen Repräsentativbau handelt, sondern um ein königliches Privatissimum, das heute als kleines, aber feines Museum besichtigt werden kann.

Der Neue Pavillon – ein Stück Italien an der Spree

Der Pavillon in unmittelbarer Nähe des Schlosses Charlottenburg wurde auf Wunsch und unter gestalterischen Anregungen des preußischen Königs Friedrich Wilhelms III. erbaut. Eine Italienreise hatte ihn für die klassizistische Architektur begeistert, die ebenfalls prägend war für viele weitere Berliner Sehenswürdigkeiten, die aus dieser Zeit stammen. Der König wünschte sich, direkt an der Spree gelegen, einen privaten Rückzugsort im Stil einer süditalienischen Villa.

Ein königliches Liebesnest hinter dem Schloss Charlottenburg

Anlass für den Bau war die Eheschließung Friedrich Wilhelms mit Auguste Gräfin von Harrach im Jahe 1824. Die Hochzeit war skandalbehaftet, denn die 1810 verstorbene Königin Luise galt als nationale Ikone, daher konnte eine Wiederverheiratung des Königs als Befleckung ihres ehrenden Andenkens gesehen werden. Außerdem entstammte die erst 24-jährige keinem regierenden Herrscherhaus und war katholisch. Das alles disqualifizierte sie in den Augen der Hofgesellschaft. Dem König selbst war klar, dass diese Verbindung nicht standesgemäß war, deshalb suchte er nach Möglichkeiten, sie möglichst diskret und vor der breiten Öffentlichkeit verborgen zu halten.

Geschichte des Neuen Pavillons

Die ursprüngliche Planung ging aber offenbar nicht auf, denn der Neue Pavillon wurde nie von den Eheleuten gemeinsam bewohnt. Auguste wohnte stattdessen in Berlin im Prinzessinnenpalais oder im neuen Flügel des Schlosses Charlottenburg, zeitweise auch im Schloss Schönhausen. Der Pavillon verblieb als königliches Sommerhaus Teil des Arrangements rund um das Schloss Charlottenburg, führte dabei aber eher ein Schattendasein. Den Untergang der Hohenzollerndynastie während der Novemberrevolution 1918 überstand der Bau unbeschadet. Nicht aber die Luftangriffe der Alliierten während des 2. Weltkriegs. Am 23.11.1943 wurde der Pavillon schwer getroffen und brannte völlig aus, lediglich die Außenmauern blieben stehen. Erst in den Jahren 1957 bis 60 wurde er wieder hergerichtet und seit 1970 in die Sehenswürdigkeiten Berlins eingereiht, indem hier ein Museum mit hochrangigen Kunstwerken aus der Schinkelzeit untergebracht wurde. Nach einer umfassenden Renovierung des Neuen Pavillons im Jahr 2011 ist das Konzept der Ausstellung noch einmal modernisiert worden.

Der Neue Pavillon – Bau und innere Gestaltung

Der Pavillon und sein Museum gelten als “Juwel der Schinkelzeit” und damit als besonderes Kleinod unter den Sehenswürdigkeiten Berlins. Schinkel legte den Bau in Form eines Kubus an, dessen weiße Fassade durch eine Loggia mit 2 Säulen und grüne Fensterläden ausgeschmückt wurde. Auf Anregung des Königs erhielt das Obergeschoss einen umlaufenden eisernen Balkon mit dunkelblauer Lackierung und goldenen Sternen auf der Unterseite. Schlichte Eleganz prägte ebenfalls die Innenarchitektur der neun nahezu gleich großen Räume, die Schinkel persönlich in Absprache mit dem König gestaltete.

Der heutige Pavillon als Museum: Drei der Räume des Erdgeschosses sind so eingerichtet, dass man in ihnen einen möglichst authentischen Eindruck vom Zustand des königlichen Sommerhauses bis 1840 erhält. Weitere Räume zeigen Berliner Porträtkunst aus dem frühen 19. Jhd. sowie Landschaftsmalerei und Beispiele der Mittelalterrezeption aus derselben Epoche. Das Obergeschoss zeigt Karl Friedrich Schinkel als Architekt, Maler und Dekorateur. Darüber hinaus werden hier Gemälde von berühmten Zeitgenossen Schinkels gezeigt. Die Ausstellung enthält mit Werken unter anderem von Caspar David Friedrich, Karl Blechen und Eduard Gaertner sowohl Beispiele der Romantik als auch des Realismus.

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