Die gute Idee des Obstzüchters Wilhelm Wills wurde im März 1879 vom Werderaner Obstbauverein beschlossen und umgesetzt. Es sollte in allen Berliner Zeitungen der Höhepunkt des Blütenstandes der Obstbäume bekannt gegeben werden. Dadurch erhoffte man sich, eine große Zahl von Besuchern nach Werder zu locken. Der Anblick der Obstanlagen und die Schönheit der Stadt zogen bereits im ersten Jahr Tausende von Interessierten in die Region. Das Werder Blütenfest gewann mit den Jahren an Bekanntheit und der Umsatz der heimischen Obstbauern steigerte sich.

Schönheit, Spaß und Genuss müssen sein

Wie immer wird am Vorabend in der Blütenstadt beim traditionellen Baumblütenball die neue Baumblütenkönigin inthronisiert. Nach dem großen Festumzug wird das Blütenfest dann feierlich auf der Stadtinsel am Marktplatz eröffnet. Im Frühling lädt die Stadt zum einwöchigen Baumblütenfest ein und Tausende Besucher lieben die besondere Atmosphäre. Die Gäste sitzen in den Obstgärten auf hölzernen Bänken beisammen und genießen die schmackhaften Erzeugnisse der Region. Mehr als 400 Stände bieten den Obstblütenbestaunenden allerlei regionale Köstlichkeiten an. Auf den Festbühnen wird Live Musik gespielt, es gibt Karusselle und für Groß und Klein wird den ganzen Tag über für ausreichend Unterhaltung gesorgt. Die Erwachsenen können die regional gekelterten Obstweine aus Kirschen, Erdbeeren, Äpfeln und Rhabarber genießen.

Das Baumblütenfest nimmt Woodstock-Dimensionen an

Das neuntägige Baumblütenfest in Werder an der Havel zieht seit einigen Jahren rund 500.000 Besucher an. Das große Volksfest, auf dem Obstwein am Höhepunkt der Blütezeit serviert wird, ist nun seit über 130 Jahren fester Bestandteil der Frühlingstradition. Die herrlichen Obstanlagen in Havel begeistern Menschen aus aller Welt. Jede Generation findet am Volksfest Freude, denn im Mittelpunkt stehen natürlich die blühenden Obstgärten und die Obstweine. Mit Bus oder Kutsche können die zur Blütenschau Angereisten Blütenrundfahrten unternehmen. Eltern mit Kindern, Jugendliche und Singles in jedem Alter lassen sich von der unbeschwerten Stimmung am Festplatz mitreißen. Das umfangreiche Programm sorgt für beste Unterhaltung, es gibt auch einen Kirmesplatz, wo die Schausteller ihre Vergnügungsbuden und Fahrgeschäfte aufbauen. Neben der Krönung der Baumblütenkönigin wird der „Große Werdertag“ gefeiert und nebenbei gibt es den einzigartigen Baumblütenlauf in der Region.

Das Blühen der Bäume und ein voller Becher Obstwein

Auf dem Volksfest wird viel gelacht, gesungen und getrunken. Seit mehreren Jahren wird der Wein aus Sicherheitsgründen nur noch in Plastikflachen angeboten. Viele Gäste kommen mit der Bahn, manche mit dem Bus, und das ist ideal, denn die Parkplätze in der Stadt sind rar und kostenpflichtig. Die historische Insel und der Ortskern sind für den motorisierten Verkehr die ganze Zeit über abgeriegelt. Um das eigentliche Fest zu erreichen, gilt es einen ordentlichen Fußmarsch hinzulegen, Eltern mit Kleinkindern sollten auf den Kinderwagen nicht verzichten. Die Pracht der Baumblüte erwärmt die Herzen der Naturfreunde. Der Duft und das Spiel der Farben im Sonnenschein lösen bei vielen gar romantische und nostalgische Gefühle aus. Die Erinnerung an die Zeiten, in denen scheinbar alles so einfach, normal und trotzdem so wunderschön ehrlich war, erwacht und dabei kommen große Emotionen hoch. Der Kreislauf der Natur wird den Besuchern mit diesem Fest vor Augen geführt. Die Bäume blühen, dann tragen sie Früchte, es kommt zur Ernte und ein paar Monate später hält man einen guten Tropfen Wein in der Hand und erfreut sich des Lebens.

Ein Fest, wo Jung und Alt ganz ungeniert gemeinsam feiern können

Zum Feiern braucht es einen Anlass, schon die alten Germanen huldigten mit Festen der Natur. Wo kleine Bühnen und Gaukler, Weinstände, Imbissbuden und Rummelattraktionen vorhanden sind, dort ist immer gute Laune garantiert. Das Fest hat einen familienfreundlichen Charakter, trotz allem sind Keilereien zwischen Halbstarken und Vandalismus bei einer derartigen Besucherzahl nicht immer vermeidbar. Der Großteil der Festgäste erlebt das Fest der Obstblüte aber friedlich und mit großem Vergnügen. Die Obstbauern haben in ihren Obstgärten Angebote zur Weinverkostung und zum Aufenthalt. Vieles spielt sich auf und rund um den Hauptbühnen der naheliegenden Regattastrecke und auf dem Marktplatz der Werderaner Insel ab, aber auch auf dem idyllischen Hohen Weg und vielen anderen Plätzen der Stadt ergeben sich gute Möglichkeiten, um auf die Blütenpracht der Bäume anzustoßen.

Die Obstblüte mit allen Sinnen genießen

Bei all den zahlreichen Attraktionen, Rummelplatz und Karussells, bei all den vielen Konzerten verschiedenster Genres und dem abschließenden Höhenfeuerwerk können sich die Besucher erfreuen. Wer es ruhiger haben möchte, der zieht sich in die Obstgärten zurück und gibt sich einer entspannten Obstweinverkostung hin. Die Obstblüte mit allen Sinnen zu erleben, ist der eigentlich Kern des großen Festes. Ist doch die Baumblüte eine gute Zukunftsverheißung. Wie die Obstbäume im Frühjahr blühen, so erblühen auch die willkommenen Gäste und können in der Stadt eine gute Zeit verbringen. Auf die Besucher wartet eine unvergesslich schöne Zeit. Viele Werderaner Betriebe und Vereine mit ungefähr 5.000 Mitwirkenden beteiligen sich am traditionellen Festumzug. Es wird ein farbenfrohes Bild darüber gezeigt, welche Bedeutung der Obstbau seit mehr als 200 Jahren im Havelland hat. Die Baumblütenkönigin wird auch gekrönt, sie wird die Stadt in allen möglichen Belangen würdig repräsentieren.

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