Die preußischen Schlösser digital besuchen

Die preußischen Schlösser digital besuchen

Die Corona-Pandemie hat nicht nur das Alltagsleben, sondern auch das Kulturleben vollkommen auf den Kopf gestellt. Ob Museen, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsziele oder Konzerthäuser – dort, wo sich noch im Jahr 2019 zahlreiche Besucher getummelt haben, herrscht nun gähnende Leere. Verharrten die Kulturtreibenden zuerst noch in einer Art Schockstarre, haben sich nun viele bereits den Gegebenheiten angepasst und bieten spannende virtuelle Rundgänge an. So hast du jetzt auch die Möglichkeit, preußische Schlösser und Gärten digital mit dem Smartphone, Laptop, Tablet oder Computer zu besuchen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat ein breites Angebot an digitalen Besuchsmöglichkeiten in Form von Live-Streams, Podcasts und Videos entworfen, die Interessierte auf ganz neue Weise durch Ausstellungen, Themensammlungen und Räumlichkeiten der Schlösser Sanssouci, Charlottenburg, Babelsberg, Schönhausen, Rheinsberg, Gliencke und Cecilienhof führen. Diese sind auf der SPSG-Website kostenlos abrufbar.

Neue Einblicke in die preußischen Schlösser durch YouTube-Videos

Die SPSG hat aus der Not eine Tugend gemacht und ein abwechslungsreiches digitales Programm erarbeitet, das dir jederzeit kostenlos bequem überall zur Verfügung steht. Neben virtuellen Rundgängen durch preußische Schlösser und Gärten sowie durch die aktuellen Ausstellungen via Google Arts & Culture, Instagram und Facebook, kannst du jederzeit zu Hause oder unterwegs auf Videos, Reportagen und Dokumentationsfilme zu verschiedenen Themen auf YouTube zugreifen. Auch die regelmäßigen Live-Streams und Online-Events in den sozialen Medien sind später immer noch abrufbar. Über Twitter bist du am Laufenden, was sich aktuell in einem Schloss tut. Dank der digitalen Hilfsmittel und der sozialen Medien sind ganz neue Einblicke in die ehrwürdigen Schlösser möglich und das, ohne lange an der Kasse anstehen zu müssen.

Die Kuratoren, wissenschaftlichen Leiter und Mitarbeiter nehmen dich in YouTube-Videos mit auf einen Reise hinter die Kulissen, lassen dich in das einstige sowie heutige Alltagsleben in einem prachtvollen Schloss eintauchen und sogar einen Blick auf Restaurierungsarbeiten in den preußischen Schlössern und Gärten werfen. Sei beim Ausfahren der Orangerie in Sanssouci dabei, beim Gärtnern wie damals auf der malerischen Pfaueninsel mitten in der Havel und erfahre mehr darüber, was ein Schloss mit Inklusion und Klimaschutz zu tun hat. Spannend sind auch die YouTube-Beiträge zur Ausstellung „Potsdamer Konferenz 1945 – die Neuordnung der Welt“ im Schloss Cecilienhof, in denen Kurator Matthias Simmich in weniger als einer Minute jeweils ein Detail aus den Sitzungssälen erklärt. Wer es ganz genau wissen will, kann sich von der Website der SPSG ebenso detaillierte wissenschaftliche Texte zu verschiedenen Themen auf den Bildschirm von Smartphone & Co. holen.

Kostenlose Live-Führungen auf Instagram

Was digital alles möglich ist, zeigen die regelmäßigen Live-Führungen in den preußischen Schlössern via Instagram, die alle zwei Wochen kostenlos auf Instagram angeboten werden. Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig, denn die Führungen werden so oder so aufgezeichnet, um sie später auf Instagram, Facebook und auf der Website der SPSG in voller Länge weiterhin zur Verfügung stellen zu können. Fragen und Anregungen über die Kommentarfunktion sind genauso erwünscht wie eine rege Teilnahme an der virtuellen Reise durch die glanzvolle Zeit der preußischen Könige. Nicht umsonst stehen die paradiesischen preußischen Schlösser und Gärten auf der UNESCO-Welterbeliste.

Abrufbar ist derzeit die virtuelle Führung von Schlossbereichsleiter Björn Ahlhelm, der Interessierte am 14. Februar 2021 auf einen 30-minütigen Rundgang durch Schloss Schönhausen mitgenommen hat. Persönlichkeiten und Ereignisse vom Barock zur Zeit Friedrichs des Großen bis in die DDR-Zeit, als Schloss Schönhausen das oberste Regierungsgebäude war, standen im Fokus der Live-Führung. Auch die zwei Wochen davor von Dr. Samuel Wittwer, dem Direktor der Schlösser und Sammlungen, durchgeführte Führung durch Schloss Charlottenburg ist über Instagram und die Website der SPSG abrufbar. Wann hat man schon die Möglichkeit, sich von einer leitenden Persönlichkeit die Besonderheiten der einstigen Sommerresidenz der Hohenzollern zeigen zu lassen?

Für 28. Februar 2021 steht ein äußerst spannender Live-Rundgang durch die magischen Festsäle und Neuen Kammern von Schloss Sanssouci an. Gemeinsam mit Schlossassistentin Nadine Löffler besuchst du im Rahmen dieser Instagram-Führung auch die Ovidgalerie mit den 14 reich vergoldeten Reliefdarstellungen aus Ovids Metamorphosen. Selten bekommt man das Gästeschloss und die Ovid-Spiegelgalerie, die Glanzlichter des friderizianischen Rokokos darstellen, so nah zu sehen. Weitere Instagram-Termine werden regelmäßig aktuell auf der Website der SPSG veröffentlicht. In weiterer Folge ist zwar am 4. April 2021 eine Führung durch das Belvedere Pfingstberg in Potsdam geplant, allerdings ist noch nicht sicher, ob Besucher vor Ort durch das imposante Aussichtsschloss spazieren dürfen oder ob wieder der digitale Weg gewählt werden muss. Ob Live-Instagram-Führungen also auch in Zukunft geplant sind, bleibt abzuwarten.

Ebenfalls auf Instagram widmet sich die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg wöchentlich einem neuen Thema, wie aktuell beispielsweise den Deckengemälden in den prunkvollen Räumlichkeiten. So kannst du in Ruhe die kunstvollen Details des barocken Marmorpalais in Potsdam, die gigantischen Deckengemälde im Spiegelsaal von Schloss Rheinsberg und das ornamentreiche, neogotische Gewölbe in Schloss Babelsberg bewundern. Fast zum Angreifen nahe sind die fantastischen Sitzmöbel und die kunstvollen Wandverzierungen in den preußischen Schlössern, die davor das Wochenthema bildeten.

Virtuelle Rundgänge in Kooperation mit Google Arts & Culture

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Die virtuellen Rundgänge durch die preußischen Schlösser über Google Arts & Culture bieten nicht nur die Möglichkeit, die prachtvollen Schlösser, Ausstellungen sowie Bildergalerien wann immer du willst bequem auf dem Bildschirm zu erkunden, sondern liefern dir auch wertvolle Informationen zu verschiedenen Bauten, Denkmälern und Objekten. Detailreich und bildgewaltig durchstreift man die Gemäldesammlung des preußischen Königs Friedrich des Großen, den kunstvollen Metamorphosen-Zyklus der Ovid Galerie und die nicht weniger prachtvollen Gästeschlösser mit den traumhaften königlichen Festtagssälen. So nah ist man als Besucher den kostbaren Kunstschätzen wohl noch nie gekommen. Auch Philosophie und Natur sind Themen der virtuellen Rundgänge in den preußischen Schlössern und Gärten. Wie wichtig Erholung und Entspannung bereits im 16. Jahrhundert waren, erfährst du bei einem virtuellen Rundgang durch den 300 Hektar großen Schlossgarten von Sanssouci.

Eine Empfehlung ist der virtuelle Rundgang „Musenhof reloaded“ auf Google Arts & Culture, das die Entwicklungen zu den Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten in Schloss Rheinsberg zeigt. Die Arbeiten zu Musenhof reloaded dauerten insgesamt 30 Jahre, in denen die historisch bedeutende Schlossanlage am Grienericksee im Norden von Brandenburg wieder originalgetreu hergestellt werden konnte. Der virutelle Rundgang Musenhof reloaded präsentiert die Vorher- und Nachher-Zustände und erläutert dabei die Schwierigkeiten denkmalschutzgerechter Restaurierungsarbeiten. Neben dem virtuellen Rundgang von Musenhof reloaded widmen sich viele Beiträge der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg auf Google Arts & Culture der Gartenkunst im Laufe der Jahrhunderte. Diese sind nicht nur für Naturliebhaber spannend, denn auch die Philosophie, die hinter der jeweiligen Gartenarchitektur steckt, ist ein Thema. Im Beitrag „Zurück zu altem Glanz: Preußische Schlösser und Gärten“ bekommst du einen hervorragenden Überblick über die verschiedenen Schloss- und Lustgärten der preußischen Schlösser. In wenigen Minuten kannst du auf diese Weise gleich mehrere Gärten der preußischen Schlösser besuchen, ohne weite Anfahrtswege in Kauf nehmen zu müssen.

Die Online-Plattform Google Arts & Culture wurde von Google-Angestellten in Eigeninitiative entworfen und ist im Jahr 2011 online gegangen. Mit Hilfe der von Google für Google Maps verwendeten Street View Technologie sind auch 360 Grad-Drehungen und detailreiche Zooms in hochauflösende Fotografien möglich. Bereits im Jahr 2015 verzeichnete Google Arts & Culture rund 45.000 Kunstwerke von mehr als 6.000 Künstlern und 250 Institutionen. Ob Pergamonmuseum, Kunstpalast Düsseldorf oder eben die preußischen Schlösser – auch in Deutschland nutzen bereits zahlreiche Kultureinrichtungen die praktische Plattform. Die Corona-Pandemie hat im letzten Jahr zu einem weiteren rasanten Anstieg der hochgeladenen Kollektionen beigetragen. Natürlich ersetzen die digitalen Medien keinesfalls das unmittelbare Erleben der besonderen Atmosphäre in den preußischen Schlössern, aber für Kulturinteressierte, die nicht die Möglichkeit haben zum jeweiligen Objekt zu reisen, ist die virtuelle Variante ein hervorragender Weg. Außerdem ist es durchaus möglich, dass durch die sozialen Medien auch Personen auf Kultureinrichtungen aufmerksam werden, die sich sonst nicht unbedingt mit Kunst und Kultur auseinandersetzen.